Römische Olivenölmühle in Barbariga und ihr antiker Hafen
Die römische Ölmühle in Stara Barbariga gehörte zu einem Landgut am Meer. Neben der Mühle sind eine große Zisterne und Hafenreste unter Wasser erhalten.
Steinerne Spuren der Olivenverarbeitung
In einem langgestreckten Raum der Ölmühle fanden Archäologen eine Reihe von neun steinernen Sockeln für die senkrechten Balken der Ölpressen. Der Raum war etwa 40 Meter lang und 10 Meter breit.
Aus dem Pressbereich floss die Flüssigkeit durch Kanäle zu Absetzbecken. Dort sammelten und trennten die Arbeiter das Öl nach dem Pressen. Die erhaltenen Teile der Anlage stammen aus unterschiedlichen Nutzungsphasen vom 1. bis zum Ende des 6. Jahrhunderts. In der Spätantike verringerten Umbauten die Produktionskapazität.
Eine Zisterne mit drei Schiffen
Etwa 50 Meter südöstlich des Pressraums steht eine römische Zisterne. Sie ist fast 22 Meter lang und etwas mehr als acht Meter breit. Ihre Mauern sind bis zu einer Höhe von drei Metern erhalten. Es handelt sich um einen oberirdischen Bau, nicht um einen in den Boden eingelassenen Speicher.
Die Erbauer verlegten auf dem Boden Keramikplättchen im Fischgrätmuster. Zwei Reihen gemauerter Stützen teilten den Innenraum in drei Schiffe, die vermutlich überwölbt waren. Die Zisterne konnte etwa 430 Kubikmeter Wasser aufnehmen.
Amphoren und Verschiffung
Bei den Ausgrabungen 2026 fanden Archäologen zwei Brennöfen für Amphoren. In diesen Keramikgefäßen transportierte man Öl. Die Öfen ergänzen das Bild der Produktion in Barbariga: Neben der Verarbeitung der Oliven fertigten die Arbeiter am selben Ort auch die Behälter für den Versand.
In der Bucht untersuchten Unterwasserarchäologen die Reste einer rund 57 Meter langen antiken Hafenanlage mit L-förmig angeordneten Armen. Der Hafen diente dem Verladen und dem Seetransport in Verbindung mit der nahen Ölmühle.
Die Villa an der Küste und die Lage der Mühle
Die Peristylvilla an der Küste liegt etwa 300 Meter südöstlich der Ölmühle. Sie besaß einen von einer Säulenhalle umgebenen Innenhof, Räume mit Mosaiken und Wandmalereien sowie einen Badebereich. Villa und Ölmühle gehörten ursprünglich vermutlich zum selben Landgut.
Der Kartenpunkt markiert die Reste der Ölmühle im Hinterland von Stara Barbariga im Gebiet von Vodnjan. Er bezeichnet weder einen Eingang zur Villa noch einen Parkplatz.
Adresse: Stara Barbariga, Peroj, područje Vodnjana