Heiliggeistkirche in Bale: Fresken aus dem 15. Jahrhundert
Bales Heiliggeistkirche bewahrt Fresken aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Szenen aus Christi Leben reichen von den Wänden ins Spitzgewölbe.
Die kleine Steinkirche steht am Rand des historischen Ortskerns von Bale, nahe dem Hauptplatz und dem Kastell Soardo-Bembo. Ihr Grundriss ist rechteckig, eine vorspringende Apsis fehlt. Ein Spitzbogenportal, eine Rosette und ein Glockengiebel gliedern die Fassade. Das Dach ist mit Steinplatten gedeckt.
Die Anordnung der Bildszenen
Die Ausmalung folgt der Form der kleinen einschiffigen Kirche. An den Seitenwänden sind die Szenen in zwei Reihen angeordnet, von denen die obere ins Gewölbe reicht. Rot-weiße ornamentierte Rahmen trennen die Bilder. Zu den erhaltenen Szenen gehören die Flucht nach Ägypten an der Südseite und das Letzte Abendmahl an der Nordseite.
Die Altarwand hat eine andere Funktion. Sie zeigt den Gnadenstuhl, die Muttergottes mit dem Kind und Heilige, darunter ein gemaltes Polyptychon, also ein mehrteiliges Altarbild. Gegenüber dem Altarraum, um das Eingangsportal, befinden sich Paradies und Hölle sowie Engel mit Posaunen und Schriftrollen. Neben den Erzählungen aus Christi Leben behandelt die Ausmalung damit auch das Schicksal des Menschen nach dem Tod.
Albert aus Konstanz und seine Werkstatt
Die Fresken werden Albert aus Konstanz und seiner Werkstatt zugeschrieben. Der Meister stammte aus der Stadt am Bodensee. Inschriften in Paz und Plomin belegen sein Wirken in Istrien.