Rijeka: Stadtführer und Tagesausflug ab Bale
Entdecken Sie Rijeka vom Korzo und Markt bis Trsat. Der Zuckerpalast zeigt, wie Handel und Industrie die Stadt an der Rječina prägten.
Rijeka ist eine Hafenstadt am Kvarner, an der Mündung der Rječina, der sie ihren Namen verdankt. Für einen Ausflug ab Bale lohnt sich ein ganzer Tag. Verbinden Sie Korzo, Altstadt und Markt zu Fuß und wählen Sie danach zwischen dem Aufstieg nach Trsat, einem Museumsbesuch und Zeit am Meer. Lassen Sie auch Raum für den Stadtalltag abseits der Sehenswürdigkeiten: ein Mittagessen am Markt und ein Getränk in einer der alteingesessenen Bars.
Korzo und Altstadt: vom Stadtturm zum römischen Tor
Der Korzo ist die wichtigste Fußgängerstraße und ein guter Ausgangspunkt zur Orientierung. Der Stadtturm mit seiner Uhr stand einst am seeseitigen Eingang der befestigten Stadt. Gehen Sie durch seinen Durchgang zum Kobler-Platz: Schon wenige Schritte hinter der breiten Straße beginnen die engeren Gassen der Altstadt.
Verbinden Sie hier das Alte Tor mit dem Archäologischen Park und der Kathedrale des heiligen Veit. Der steinerne römische Bogen gehörte zum Eingang des Principiums, des militärischen Hauptquartiers der antiken Tarsatica. Die Reste dieser Anlage erklären einen Bogen, den man sonst leicht für einen weiteren Durchgang zwischen Häusern halten könnte.
Die Veitskathedrale fällt durch ihren kreisförmigen barocken Grundriss auf. Ihr Bau begann 1638. Daneben liegt der Eingang zum Rijeka-Tunnel, den die italienische Armee im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzraum anlegte. Der etwa 330 Meter lange Gang verbindet Grivica mit Dolac. Er ergänzt den Rundgang für alle, die sich dafür interessieren, wie die Bevölkerung bei Luftalarm Schutz suchte.
Rijekas Stadtmarkt und die neue Gastroteka PAVIL1ON
Besuchen Sie den zentralen Stadtmarkt, die Placa, am Vormittag. Er liegt beim Theater Ivan pl. Zajc und am Hafen, sodass er ohne weitere Autofahrt in den Stadtrundgang passt. Dazu gehören die Stände im Freien, die Marktpavillons und eine eigene Fischhalle.
Der neueste Anlass, länger am Markt zu bleiben, ist die Gastroteka PAVIL1ON, die am 9. Oktober 2026 im ersten Marktpavillon eröffnet wurde. Mehrere Küchen und Bars befinden sich unter einem Dach. Hier können Sie also auch essen und nicht nur Lebensmittel einkaufen. Das passt gut zu einer Gruppe, in der nicht alle dasselbe Gericht möchten.
Im Oktober eröffnen nach und nach weitere Betriebe. Zugleich läuft die Anlaufphase noch. Der volle Betrieb ist für November angekündigt. Die benachbarten Verkaufsbereiche und die Fischhalle bleiben eigenständige Stationen des Marktbesuchs.
Molo longo: die Länge des Spaziergangs planen
Gehen Sie vom Markt weiter zur Riva Boduli und zum Zugang des Wellenbrechers Molo longo. Von dort blicken Sie über Schiffe und Hafenbecken zurück auf die Fassaden und Hänge der Stadt. Der Wellenbrecher ist etwa 1,7 Kilometer lang. Bis zu seinem Ende und zurück sind es vom Zugang aus rund 3,4 Kilometer.
Für den Blick auf die Stadt genügt auch ein kürzerer Spaziergang. Rechnen Sie die volle Hin- und Rückstrecke in Ihr Tagespensum ein, besonders wenn Sie anschließend zu Fuß nach Trsat aufsteigen möchten.
Trsat: Kastell, Wallfahrtsort und Treppe oder Bus
Das Kastell Trsat steht auf einer Anhöhe über der Schlucht der Rječina. Von seinen Mauern sehen Sie, wie der Hafen an die dicht bebauten Stadthänge anschließt. Die Familie Frankopan prägte die mittelalterliche Geschichte der Burg. Ihr heutiges Erscheinungsbild geht zu einem großen Teil auf Graf Laval Nugent zurück, der sie im 19. Jahrhundert restaurieren ließ und als Familienmausoleum bestimmte.
Besuchen Sie bei diesem Rundgang auch das Heiligtum Unserer Lieben Frau von Trsat und den Bereich am Franziskanerkloster. Kastell und Heiligtum sind getrennte Orte: Das eine erschließt die Wehr- und Adelsgeschichte der Anhöhe, das andere ihre Bedeutung für Pilger. Im Kastell befindet sich zudem das Interpretationszentrum Auf den Wegen der Frankopanen.
Die Petar-Kružić-Treppe beginnt an der Durchgangskapelle am Titov trg. Ihre 561 Stufen machen den Aufstieg vor allem im Sommer zum anstrengenderen Teil des Ausflugs. Bequemer ist die Buslinie 2 Richtung Trsat. Im Zentrum steigen Sie an der Riva oder an der Tržnica ein und fahren bis Trsat crkva. Die Rückfahrt verläuft anders, über Fiumara A und Trg Republike Hrvatske.
Der Zuckerpalast: Rijekas Industrie verstehen
Für einen längeren Besuch in Innenräumen empfehlen wir den Zuckerpalast, Sitz des Stadtmuseums Rijeka im ehemaligen Benčić-Industriekomplex. Vom Korzo sind es etwa ein Kilometer beziehungsweise rund fünfzehn Gehminuten über Žabica und die Krešimirova-Straße.
Das Gebäude diente der Verwaltung der Zuckerraffinerie und als Wohnsitz ihrer Direktoren. Im selben Komplex folgten später die Tabakproduktion und die Motorenfabrik Rikard Benčić. Die restaurierten Repräsentationsräume und Wandmalereien gehören deshalb auch zur Geschichte der Menschen, die diese Produktion leiteten.
Die Dauerausstellung erstreckt sich über zwei Stockwerke. Im ersten verfolgen Sie Rijekas Entwicklung anhand von Handel, Hafen, Auswanderung und Stadtleben vom 18. bis zum 21. Jahrhundert. Im zweiten geht es um die Geschichte des Komplexes selbst. Formen und Darstellungen kegelförmiger Zuckerhüte, vor Ort kampanuli genannt, zeigen das Produkt, dem der Palast seinen Namen verdankt.
Das Stadtmuseum ist nicht mit dem See- und Geschichtsmuseum des Kroatischen Küstenlandes im Gouverneurspalast zu verwechseln. Letzteres ist im Oktober 2026 wegen energetischer Sanierung und Umzug geschlossen. Für einen Besuch in Innenräumen geben wir deshalb dem Zuckerpalast den Vorzug.
Bard und Skradin: Bier in der Altstadt und eine Bar in der Vodovodna
Für ein Bier in der Altstadt wählen wir Bard, auch Celtic Caffe Bard genannt, an der Grivica neben der Veitskathedrale. Hier gibt es österreichisches Hirter-Bier vom Fass, ein guter Anlass für eine Pause nach dem Rundgang. Blues, Jazz und Reggae gehören zur Musikauswahl. Bard eignet sich damit für ein Gespräch beim Bier, ohne dass daraus ein später Ausgehabend werden muss.
Eine andere Seite Rijekas finden Sie abseits des Korzo in der Vodovodna-Straße. Das Caffe bar Skradin in Hausnummer 29 gehört zur Arbeiter- und Industriegeschichte der Straße. Der Großvater des heutigen Besitzers Damir Grozdanić eröffnete das Lokal 1965. Zu den Gästen zählten Beschäftigte der umliegenden Betriebe. Skradin ist weiterhin eine familiengeführte Bar, mit Pubquiz-Abenden und Stammgästen, die auch ohne beruflichen Anlass in die Straße zurückkehren.
Den industriellen Charakter der Vodovodna prägen die ehemaligen Fabriken an der Rječina. Von Školjić aus folgen Sie der Straße flussaufwärts in Richtung der früheren Papierfabrik zum Skradin. Das Museumsviertel Brajda liegt dagegen westlich des Zentrums und gehört zu einem anderen Rundgang.
Rijekas Strände und Kantrida
Zum Baden geht es aus dem zentralen Hafen hinaus. Im östlichen Stadtteil Pećine empfehlen wir Sablićevo, eine Kiesbucht zwischen Felsen mit Blick auf die Učka. Sie wäre unsere Wahl für ein Bad an einem kleineren Strand nach dem Stadtrundgang.
Im Westen liegt Kantrida. Der Strand Ploče befindet sich unterhalb des Schwimmbadkomplexes und hat einen angelegten Kiesbereich sowie einen Kinderspielplatz. Für den Badeausflug mit der Familie würden wir ihn wählen. Weiter entlang der westlichen Küste folgen Bivio und kleinere Buchten Richtung Preluk, wenn Sie länger am Meer bleiben möchten.
Kantrida lohnt sich auch für Fußballinteressierte. Das Stadion von 1913 liegt zwischen dem Meer und den Felswänden eines ehemaligen Steinbruchs. Diese Lage erklärt seine Bekanntheit unter Fußballfans über Rijeka hinaus. Der Strand Igralište liegt beim Stadion, Ploče weiter westlich bei den Schwimmbädern.
Pećine und Kantrida sind zwei getrennte Richtungen zum Baden. Wählen Sie bei einem Tagesausflug ab Bale eine davon und rechnen Sie mit einer zusätzlichen Fahrt vom Zentrum. Im Sommer kann der Strand einen längeren Museumsbesuch ersetzen, statt nach allen Sehenswürdigkeiten noch ins Programm gedrängt zu werden.
Anfahrt ab Bale, Parken und ein Tagesplan
Von Bale bis ins Zentrum Rijekas sind es über den Učka-Tunnel ungefähr 90 Straßenkilometer. Planen Sie grob eine Stunde und fünfzehn Minuten Fahrzeit sowie Maut ein. Verkehr und Baustellen können die Fahrt verlängern. Als Ausgangspunkte für das Zentrum eignen sich die Parkplätze Delta und Školjić oder die Garage Zagrad B. Für den Rundgang durch die Fußgängerzone bleibt das Auto dort stehen.
Auf den beschrankten Parkplätzen Delta und Školjić sowie in der Garage Zagrad B können Sie bar und mit Karte bezahlen. Die SMS-Zahlung für Straßenparkplätze funktioniert nicht mit Nummern ausländischer Mobilfunkanbieter. Mit einer ausländischen SIM-Karte wählen Sie eine andere Zahlungsart.
Richten Sie den Tagesplan nach Ihren Schwerpunkten:
- Vormittag: Placa und Fischmarkt, anschließend Korzo, Stadtturm und Altstadt.
- Mittagessen: PAVIL1ON am Markt, danach ein kurzer Gang auf den Molo longo für den Blick vom Wasser auf die Stadt.
- Nachmittag: Wählen Sie Trsat, den Zuckerpalast oder zum Baden einen Küstenstadtteil. Jede Möglichkeit braucht ihre eigene Zeit.
- Ein Getränk: Bard passt zum Altstadtrundgang, Skradin zu einem gesonderten Spaziergang durch die Vodovodna. Für beide müssen Sie nicht bis zum Abend bleiben.
Mit Opatija lässt sich Rijeka verbinden, wenn Sie nur einen kürzeren Stadtrundgang und danach Zeit am Meer möchten. Kastav bietet eine Altstadt auf einer Anhöhe. Bei Ihrem ersten Besuch in Rijeka würden wir diese Orte für einen anderen Tag aufheben.
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