Sv. Marija Velika bei Bale: Spuren des Benediktinerklosters
Sv. Marija Velika bei Bale steht in einer älteren karolingischen Basilika. Steinfunde des Klosters liegen im Lapidarium der Altstadt.
Das Mittelschiff der älteren Basilika
Die Kirche aus dem 8. Jahrhundert hatte drei durch Säulen getrennte Schiffe und drei Apsiden, die innen halbrund und außen polygonal waren. Säulen mit vorromanischen Kapitellen trugen die Bögen zwischen den Schiffen. Die heutige Barockkirche von 1789 nimmt das Mittelschiff ein. Bei ihrem Bau wurden Steinelemente des Vorgängerbaus wiederverwendet.
Zwischen diesen beiden Bauphasen wurde die Kirche auch im Mittelalter umgestaltet. Im 11. Jahrhundert verkürzte man sie um ein Joch, errichtete in der Südwestecke einen romanischen Glockenturm und baute eine neue Chorschranke ein. Dadurch veränderten sich sowohl die Größe der Kirche als auch die Abtrennung ihres Altarraums.
Das Kloster um die Kirche
Die Anlage entstand an einer antiken Straße, die von Porto Colonne ins Hinterland von Bale führte. Neben der großen Kirche stand eine kleinere Memorialkapelle, die im 11. Jahrhundert einen Glockenturm an der Fassade erhielt. Kirche, Kapelle und Klosterräume gehörten zu einer größeren Anlage als der heutige kleine Bau, der auch Madonna Alta oder Sv. Marija iz Bala heißt.
Die archäologischen Untersuchungen begannen 1995. Nach der Erforschung von Kirche und Kapelle dehnten die Archäologen ihre Arbeit auf die Klostergebäude aus. Bei der Kampagne 2006 bestimmten sie den Südrand, die Südwestecke und den Anfang der Westmauer. Im ergrabenen Grundriss liegt die große Kirche im Nordosten, während sich die Klostergebäude nach Süden und Westen erstrecken.
Steinfunde in der Krypta von Bale
Ein Teil der steinernen liturgischen Ausstattung und der Kapitelle aus Sv. Marija Velika wird im Lapidarium in der Krypta der Pfarrkirche von Bale aufbewahrt. Die Kapitelle gehörten zu den Säulen, die Chorschranken trennten den Altarraum vom Raum für die Gläubigen.
Die Sammlung umfasst auch Fragmente aus Sv. Marija Mala und San Polo und vereint damit Funde aus mehreren frühmittelalterlichen Kirchen um Bale.
Adresse: 52211 Bale